Das Gebirgsjäger-Ehrenmal in Mittenwald/Bayern 
Auf dem Hohen Brendten bei Mittenwald in Bayern erhebt sich majestätisch das Gebirgsjäger-Ehrenmal an dem heute noch Gedenkfeiern für die Gebirgstruppe abgehalten werden. Das Ehrenmal gedenkt den deutschen Kriegstoten der Gebirgsjägertruppe aus beiden Weltkriegen. Von nach 1945 heimgekehrten Kriegsgefangenen der Gebirgsjäger wurde dieses Denkmal errichtet.





[ Eintrag ansehen ] ( 97 mal gelesen. )
Zu Besuch in der Marineschule Mürwik in Flensburg - das imposante Bauwerk aus der Zeit des Deutschen Kaiserreichs 
Anlässlich des 1. bundesweiten Treffens der ehemaligen Besatzungsmitglieder des früheren Patenbootes der Stadt Bad Bevensen, dem Schnellen Minensuchboot "Waage", besuchte eine kleine Abordung des Vereins "Historisches Bevensen e.V." die Marineschule Mürwik in Flensburg.

In dem 1907 bis 1910 errichteten schloßartigen Gebäude, dessen Backsteingotik an die Marienburg in Westpreußen erinnert, beherbergt die Flensburger Marineschule in ihrem wehrgeschichtlichen Ausbildungszentrum eine Fülle von Bildern, Waffen, Schiffsmodellen, Kommandozeichen, Uniformen und Logbüchern zur Erinnerung an Fahrzeuge, Truppenteile und Schulen der deutschen Marine. Der in dieser Teilstreitkraft besonders ausgeprägte Sinn für Tradition hat eine beachtliche historische Sammlung entstehen lassen, die einen hervorragenden Überblick über die deutsche Marinegeschichte gibt.
In der Aula über dem Remter, der großen Speisehalle, sind die Namen der im Ersten Weltkrieg und den Nachkriegskämpfen gefallenen Seeoffiziere in aufklappbaren eichenen Tafeln eingeschnitzt.

Fotogalerie unter: http://galerie.derkaiserkommt-bevensen. ... ulemuerwik



[ Eintrag ansehen ] ( 163 mal gelesen. )
Veranstaltungshinweis: Gedenkfeier und historische Gefechtsdarstellung an den Düppeler Schanzen (Dänemark) am 18.04.2010 


http://www.1864.dk/tysk-index.htm


[ Eintrag ansehen ] ( 147 mal gelesen. )
Vor 151 Jahren: Kaiser Wilhelm II. geboren 


Wilhelm II. wurde am 27. Januar 1859 in Berlin als ältester Sohn des Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen (1831–1888) - vom 9. März bis 15. Juni 1888 Deutscher Kaiser Friedrich III. - und dessen Frau Victoria (1840–1901) geboren und war Enkel Kaiser Wilhelms I. (1797–1888) und der britischen Königin Victoria (1819–1901), als Vetter 1. Grades aber auch mit Zar Nikolaus II. von Russland verwandt.



[ Eintrag ansehen ] ( 121 mal gelesen. )
Vor 139 Jahren: Gründung des Deutschen Kaiserreiches im Spiegelsaal zu Versailles 
18. Januar 1871. Es ist die Sternstunde der deutschen Geschichte: Im Spiegelsaal von Versailles, wo einst der mächtige Sonnenkönig Ludwig XIV. residierte, wurde das Deutsche Reich proklamiert. Die deutsche Spaltung war endlich überwunden, die Deutschen in einem Staat vereint.



[ Eintrag ansehen ] ( 90 mal gelesen. )
Buch-Tipp: Die Schlacht bei Langensalza 


War die Schlacht bei Langensalza das erste Gefecht im Deutschen Krieg 1866?

Wurde das von Nicolaus Dreyse entwickelte Zündnadel-Gewehr hier erstmals unter Gefechtsbedingungen eingesetzt?

Erfolgte bei Langensalza der erste Einsatz von Helfern mit Rot-Kreuz-Armbinde?

Im Ergebnis von 20 Jahren Geschichts- und Heimatforschung geben die Autoren, in einer umfangreichen und nahezu vollständigen Darstellung der Ereignisse am 27. Juni 1866 und der Tage danach, Antwort auf immer wieder interessierende Fragen.

An Hand von über 400 Abbildungen, Zeichnungen, Karten und Kopien von Originalen aus der Zeit, versuchen die Autoren umfassend zu informieren.

Eine ausführliche Beschreibung der Lazarette in und um Langensalza, der Gedenksteine und Grabstätten aller an der Schlacht beteiligten Kombattanten ergänzt das Buch und macht es für jeden historisch interessierten Leser zu einer Bereicherung.

Gebundene Ausgabe: 334 Seiten
Verlag: Rockstuhl; Auflage: 1 (April 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3867770956


[ Eintrag ansehen ] ( 96 mal gelesen. )
Vor 98 Jahren - 15.September 1911: Ernennung des Kronprinzen zum Kommandeur des 1. Leib-Husarenregiments  

Frontabreiten auf dem Exerzierplatz von Danzig-Langfuhr.

[ Eintrag ansehen ] ( 396 mal gelesen. )
Vor 68 Jahren: 4. Juni 1941 - Kaiser Wilhelm II. gestorben 


Kaiser Wilhelm II. starb am Morgen des 4. Juni 1941 im Haus Doorn nach einer Lungenembolie. Trauerfeiern im Deutschen Reich wurden verboten. Die NS-Machthaber erlaubten nur einer kleinen Zahl von Personen (dem engeren Familienkreis, einigen ehemaligen Offizieren, darunter Generalfeldmarschall August von Mackensen) die Fahrt in die besetzten Niederlande zur Teilnahme an der Beisetzung. Der Kaiser hatte seine Beisetzung im engsten Kreis verfügt und Trauerreden untersagt. An der Trauerfeier nahmen Abordnungen der alten Armee und der neuen Wehrmacht teil, die Bestattung endete auf Wunsch des Kaisers mit dem von der Wehrmachtskapelle gespielten Choral und Gebetslied des Großen Zapfenstreichs „Ich bete an die Macht der Liebe“. Der Kaiser wurde zunächst in einer Kapelle nahe dem Doorner Torhaus beigesetzt, wobei Potsdamer Erde auf seinen Sarg gestreut wurde. Später wurde sein Sarg in das nach seinen Zeichnungen postum erbaute Mausoleum im Park von Haus Doorn übergeführt. Sein von ihm selbst ausgewählter Grabspruch lautet: „Lobet mich nicht, denn ich bedarf keines Lobes; rühmet mich nicht, denn ich bedarf keines Ruhmes; richtet mich nicht, denn ich werde gerichtet werden.“ Beide Gattinnen Wilhelms II. ruhen im Antikentempel am Neuen Palais in Potsdam. Er selbst hat verfügt, dass eine „Umbettung seiner Gebeine in deutsche Erde“ erst nach der Wiedererrichtung der Monarchie in Deutschland durchzuführen sei.

Der wirtschaftliche Aufschwung Deutschlands während Wilhelms Regentschaft, verbunden mit technologischem, naturwissenschaftlichem und industriellem Fortschritt, begünstigte eine auch vom Kaiser mit getragene allgemein verbreitete Technik- und Fortschrittsgläubigkeit. Innenpolitisch setzte er die für ihre Zeit als modern und fortschrittlich geltende Sozialpolitik Bismarcks fort und erweiterte sie. Er setzte sich für die Abschaffung des Sozialistengesetzes ein und suchte, den Ausgleich zwischen ethnischen und politischen Minderheiten.


Wilhelm II. mit seiner Gattin Hermine und deren Tochter Henriette bei einem Spaziergang im Parkin Doorn, 1931 (links). Wilhelm II. in Zivil, 1933 und auf dem Totenbett am 4. Juni 1941.


Unter Teilnahme einer großen Trauergemeinde und der Bevölkerung von Doorn wurde Wilhelm II. im Park des Schlosses Doorn mit militärischen Ehren beigesetzt (links). Büste Wilhelms II. vor Haus Doorn (rechts).

[ Eintrag ansehen ] ( 259 mal gelesen. )
Pfingsten vor 70 Jahren - Das Dragoner-Denkmal in Lüneburg  
Unweit des Platzes Am Sande in den damaligen Anlagen des Roten Walls (heutiger Clamart-Park) steht seit 1939 ein Denkmal zu Ehren aller Gefallenen des 2. Hannoverschen Dragoner Regiments 16 und seiner Reserve Kavallerieabteilungen 78.
Der lebensgroße Entwurf des feldmarschmäßigen Meldereiters mit Lanze, Kavalleriedegen und Karabiner 98 hoch zu Ross stammt von Professor Cauer aus Plau i.Meckl..

Der ehemalige Regimentskommandeur Oberstleutant a.D. Seip weihte es an Pfingsten 1939 unter großer Anteilnahme der Lüneburger Bevölkerung und vieler alter Dragoner ein.
Der Sockel zeigt in der Front die bekrönte Regimentschiffre „DR16“
Die drei Bronzetafeln an den Seiten des Sockels sind für die Gefallenen des Regiments aus dem Feldzug 1870/71, 1914-18 und dem Feldzug in Deutsch Süd-West 1904-1906 sowie eine nach dem 2 Weltkrieg angebrachte Tafel für die Gefallenen des letzten Weltkrieges.
1870/71 fanden 6 Dragoner, 4 Gefreite, 2 Unteroffiziere und 1 Seconde-Leutnant den Tod.
In Deutsch Süd-West fielen 7 Dragoner, 3 Gefreite und Oberleutnant von Brederlow.
Die Zahl der Gefallenen im Weltkrieg ist ungleich höher: 50 Dragoner, 47 Gefreite, 9 Unteroffiziere, 3 Sergeanten, 11 Vize-Feldwebel, bzw. Vize-Wachtmeister, 3 Fahnenjunker und 1 Fähnrich, 1 Feldwebel-Leutnant, 26 Leutnants (aktiv und Reserve), 3 Oberleutnants und 5 Rittmeister, wobei die Verluste bis Ende 1915 extrem hoch waren.
Für den 2. Weltkrieg sind 32 Mannschaften und Offiziere verzeichnet.


Noch heute lebt die Tradition der Heidedragoner. So findet jedes Jahr zum Volkstrauertag eine Kranzniederlegung durch die ehemalige Kameradschaft Lüneburg des Traditionsregiments KR 13 zusammen mit dem Traditions-Unteroffizier und Biwakorganisator im Wilhelmsgarten Oliver Duddeck am Denkmal statt.

[ Eintrag ansehen ] ( 157 mal gelesen. )
Herausragendes Luftfahrtmuseum in Hannover-Laatzen - Geschichte der Fliegerei anschaulich dargestellt 
Auf 3500 qm Ausstellungsfläche in zwei Hallen bieten sich dem Besucher fast 4000 Exponate, darunter 30 Flugzeuge - Originale und originalgetreue Nachbauten, 400 Flugzeugmodelle, über 20 Kolbenmotoren und Strahltriebwerke, Fliegerbekleidung, Luftschrauben, Gerätebretter und dazwischen, Dokumente, Bücher, Kutschen, Kraftfahrzeuge und Dinge des täglichen Bedarfs, die den jeweiligen Zeitgeist vermitteln. Großzügige Wandmalereien, Schrifttafeln, liebevoll gestaltete Dioramen und Schaukästen sowie vor allem die chronologische Anordnung vermitteln auch dem Laien technische Entwicklung sowie historische Zusammenhänge und Abläufe.
Ein Besuch in diesem einzigartigen Luftfahrtmusem lohnt sich allemal.


Ein Nachbau Richthofens Fokker Dr.I (links), Pokal "Dem Sieger im Luftkampf" (mitte) und Richthofen-Vitrine (rechts).


Verwandschaft des ehemaligen hochdekorierten Jagdfliegers Ernst Udet (mitte) lebt in Bad Bevensen. Der Offizierskoffer Udets mit der Aufschrift "Lt. Udet Jgd. Geschw.-Richthofen" (links) und eine Kranzschleife zur Beisetzung Udets 1941 (rechts).


Ebenfalls familiär mit Bad Bevensen verbunden: Oberst Werner Mölders.

Link: www.luftfahrtmuseum-hannover.de

[ Eintrag ansehen ] ( 137 mal gelesen. )
Gesehen in Tondern im ehemaligen preußischen Gebiet Nordschleswig: die GERMANIA 
An vielen Häusern in Tondern, im ehemaligen Gebiet Nordschleswig, welches seit 1920 zu Dänemark gehört, ist in Nischen an der Frontseite vieler Häuser die GERMANIA zu sehen. Liebevoll gepflegt und restauriert zeugen Sie noch heute von der Vergangenheit des einst nördlichsten Teiles des Deutschen Kaiserreiches.
Die GERMANIA wird immer als Frau, mal mehr und mal weniger kriegerisch dargestellt. Sie trägt deutliche Züge einer Walküre. GERMANIA wird damit zur Personifizierung Deutschlands. Sie trägt oft Teile des Reichsschatzes bei sich, hauptsächlich das Reichsschwert und die Reichskrone (meist schützend über das letztere). Je nachdem, wie kriegerisch sie dargestellt wird, hat sie einen Brustpanzer, Helm oder einen Schild bei sich, oft aber auch einfach nur einen Eichenlaubkranz. Oft trägt sie die Schwarz-Rot-Goldene Flagge später auch eine Schwarz-Weiß-Rote Flagge.


Zeugnis deutscher Vergangenheit: die GERMANIA an einem Haus in Tondern in Nordschleswig (Dänemark).

[ Eintrag ansehen ] ( 163 mal gelesen. )
Ein Besuch im Zeppelin- und Garnisonsmuseum in Tondern in Nordschleswig (heute Dänemark) 
Das Gebiet Nordschleswig , in dem auch Tondern liegt, war einst Teil des Deutschen Reiches.
In der Stadt Tondern befand sich im Ersten Weltkrieg einer der größten Luftschiffhäfen des Deutschen Reiches. Das Museum steht auf dem Gelände des Wasserwerks der ehemaligen Zeppelin-Basis und zeigt die einzigartige Geschichte rund um den ehemaligen deutschen Luftschiffhafen. Neben Exponaten aus der Zeit des Deutschen Kaiserreiches sind im Museum auch weitere Exponate aus der Zeit der deutschen Besetzung während des 2. Weltkrieges und der Zeit der dänischen Garnison in Tondern nach dem Kriege zu sehen.
Wer sich in der Nähe der dänischen Grenze befindet, sollte unbedingt einen Abstecher in dieses einzigartige Museum nach Tondern machen.


Auf dem Gelände des ehemaligen Wasserwerks der Luftschiffbasis befindet sich das Museum (links). Zum Ausstellungsfundus gehören auch Möbel, Uniformen und weitere Dinge, die aus der Zeit des Ersten Weltkriegs stammen (rechts).


Uniformen des Husaren-Regiments Kaiser Franz Joseph von Österreich. König von Ungarn (Schleswig-Holsteinisches) Nr. 16 (rechts).


Exponate aus der Zeit des Deutschen Kaiserreiches in Massen. Ein Besuch im Zeppelin- und Garnisonsmuseum in Tondern lohnt sich.

Link: www.zeppelin-museum.dk/D/german/german.html

[ Eintrag ansehen ] ( 170 mal gelesen. )
Das U-Boot-Ehrenmal in Heikendorf bei Kiel 
Das U-Boot-Ehrenmal auf der Möltenorter Schanze in Heikendorf bei Kiel ist dem Gedenken aller auf See gebliebenen U-Bootfahrer Deutscher Marinen gewidmet. Hier sind mehr als 35.000 Namen der gefallenen U-Bootfahrer der beiden Weltkriege auf Bronzetafeln verewigt. Auch der Soldaten, die im Frieden ihr Leben auf U-Booten ließen, wird hier gedacht. Es ist aber zugleich aber auch eine Gedenkstätte für alle Opfer des U-Bootkrieges. Das Ehrenmal ist ein Ort der Stille, des Gedenkens, der Erinnerung und Besinnung, aber auch der Mahnung gegen Krieg und Gewalt.

Link: www.ubootehrenmal.de



[ Eintrag ansehen ] ( 158 mal gelesen. )
Die Erstürmung der Düppeler Schanzen im Deutsch-Dänischen Krieg 1864 
Die Düppeler Schanzen sicherten den Brückenkopf am Übergang zur Insel Alsen und zu der Stadt Sonderburg. Sie sind der Schauplatz der Entscheidungsschlacht im Deutsch-Dänischen Krieg vom 18. April 1864 in der Nähe von Sønderborg (Sonderburg, Nordschleswig) in Dänemark. Diese Schlacht heißt in Bezug auf die siegreichen preußischen Truppen allgemein Erstürmung der Düppeler Schanzen.
Dänemark setzte 11.000 Mann ein und erlitt hier eine schwere Niederlage gegen den Deutschen Bund. In der Folge musste es die Herzogtümer Schleswig und Lauenburg an Preußen sowie das Herzogtum Holstein an Österreich abtreten. Die zehn Düppeler Schanzen wurden nach fast fünfwöchiger Belagerung am 18. April 1864 von den Preußen unter Prinz Friedrich Karl erstürmt. Bereits 1849, während des schleswig-holsteinischen Konflikts, waren die Schanzen Schauplatz eines Gefechtes zwischen deutschen und dänischen Truppen gewesen und hatten seither ihre Bedeutung nicht verloren. Allerdings hatte ihr Ausbau 1864 noch nicht den geplanten Endzustand erreicht.


Düppeler Schanzen. Nach dem Sturm der preussischen Truppen am 18. April 1864. Die Kanonenrohre des Bad Bevenser Kriegerdenkmals von 1870/71 wurden von preußischen Truppen an den Düppeler Schanzen erbeutet.

Am 18. April bezogen 37.000 Mann der preußischen Sturmkolonnen gegen 02:00 Uhr ihre Stellungen, die nur etwa 200 Meter von den ersten dänischen Schanzen entfernt lagen. Nach stundenlanger Artillerievorbereitung begann um 10:00 Uhr der Sturmangriff. In einer zweiten Stellungsreihe (nur rund 400 Meter von den dänischen Stellungen entfernt) hatten die Preußen vier Musikkorps unter Führung des preußischen Musikdirektors Gottfried Piefke zusammengezogen. Diese Musikkorps unterstützten die angreifenden Truppen durch das Spielen bekannter Märsche.

Schon 13 Minuten nach Angriffsbeginn hatte die preußische Infanterie die Schanzen der ersten Linie eingenommen. Gegen 13:30 Uhr brach der letzte Widerstand am Brückenkopf vor Sonderburg zusammen. In der Schlacht sind etwa 3.600 Dänen und 1.200 Preußen gefallen, 554 Dänen wurden verwundet und 3.534 Dänen wurden Kriegsgefangene.

[ Eintrag ansehen ] ( 175 mal gelesen. )
Das Marineehrenmal in Laboe bei Kiel 
Die weithin sichtbare Silhouette seines 85 Meter über der Ostsee aufragenden Turms prägt das Gesicht der Kieler Außenförde. Ursprünglich dem Gedächtnis der im Ersten Weltkrieg gefallenen Angehörigen der Kaiserlichen Marine gewidmet, wurde das Ehrenmal nach erneuter Übernahme durch den DMB am 30. Mai 1954 zur Gedenkstätte für die auf den Meeren gebliebenen Seeleute aller Nationen und zugleich zum Mahnmal für eine friedliche Seefahrt auf freien Meeren.
Die Planung des auf dem Gelände eines früheren Panzerturms erbauten Denkmals geht auf eine Idee von 1925 zurück. Am 30. Mai 1936 wurde es nach fast siebenjähriger Bauzeit eingeweiht. Etwa 700.000 Reichsmark – überwiegend aus Spenden von Mitgliedern der Marinevereine und der Marineoffizier- vereinigung stammend – waren in den Bau geflossen, der heute zu den wenigen architektonischen Beispielen des Expressionismus zählt.1996 erfolgte die Einrichtung der Gedenkstätten für die Deutsche Marine und die zivile Schiffahrt.


Imposanter Bau an der Kieler Förde: das Marineehrenmal.

Link: www.deutscher-marinebund.de/geschichte_me.htm

[ Eintrag ansehen ] ( 162 mal gelesen. )
Berichte von Ulrich Schiers über den Fez und den Eisernen Halbmond 
Kapitänleutnant Schiers und Gemahlin gehören zu den ersten Darstellern, die sich bei "Der Kaiser kommt" und der "Historiale" angemeldet haben. Ulrich Schiers stellt einen Kapitänleutnant der Kaiserlichen Marine dar und ist Experte, wenn es um die Kaiserliche Marine geht. Er konzipierte mitunter einige Ausstellungsbereiche im Internationalen Maritimen Museum in Hamburg, das erst seit Sommer 2008 eröffnet ist. Dort ist er heute auch hauptberuflich als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. Für diesen Blog hat Herr Schiers uns zwei Berichte über den Eiserner Halbmond und den Fez zur Verfügung gestellt. Vielen Dank.



Eiserner Halbmond, um 1915 Die osmanische Kriegsmedaille „Harp Madalyasi“ auch bekannt als Gallipoli Star oder Eiserner Halbmond war eine militärische Auszeichnung des Osmanischen Reiches, die von Sultan Mehmed Reshad V. am 1. März 1915 für die Tapferkeit im Kampf gestiftet wurde.
Verleihungen erfolgten mit einer offiziellen Urkunde. Berechtigt zur Verleihung waren, neben dem Sultan, auch die beiden Oberkommandierenden Enver Pascha und Liman von Sander.
In der Schlacht von Gallipoli 1915 stand das Deutsche Reich als Bündnispartner an der Seite des Osmanischen Reiches. Aus dem türkischen Sieg leitet Mustafa Kemal (Atatürk) seine Rolle als Volksheld und Retter der Türkei ab.
Da England australische und neuseeländische Truppen in diesen Kampf schickte, gilt diese Niederlage Aufgrund der hohen Opferzahlen noch heute als wesentlicher Auslöser für den Schritt in die Unabhängigkeit dieser beiden Staaten vom britischen Mutterland.
Diese Auszeichnung wurde auch an zahlreiche deutsche Militärangehörige und Besatzungsmitgliedern der „JAVOUS SULTAN SELIM I.“ und: „MIDILLI“. verliehen.

Fez für Offiziere, getragen von deutschen Besatzungsangehörigen der Schiffe „JAVOUS SULTAN SELIM I.“ und „MIDILLI“, um 1914 Vor Beginn des 1.Weltkrieges hatte die durch vorangegangene Kriege stark geschwächte türkische Marine in Großbritannien zwei Linienschiffe und vier Zerstörer in Auftrag gegeben, die aber dort zurückgehalten wurden und später unter britischer Flagge in Dienst gestellt wurden.
Daher wurde es von Enver Pascha, dem Führer des türkischen Volkes mit Freude begrüßt, als Konteradmiral Souchon, der Chef der deutschen Mittelmeerdivision sich bei Kriegsausbruch auf eigene Initiative entschloss, mit dem Panzerkreuzer „GOEBEN“ und dem Kleinen Kreuzer „BRESLAU“ den Durchbruch nach Konstantinopel zu wagen und beide Schiffe in den vorläufigen Besitz der Türkei zu übergeben.
Die Ankunft der Schiffe übte eine entscheidende Wirkung auf die Haltung der Türkei und damit verbunden auch auf den weiteren Verlauf des Krieges aus. Der Zufahrtsweg nach Russland vom Mittelmeer aus durch die Dardanellen blieb verschlossen.
Am 14. August 1914 wurde auf beiden Schiffen die deutsche Flagge niedergeholt und der türkische Halbmond mit Stern gesetzt. „GOEBEN“ führte fortan den Namen: „JAVOUS SULTAN SELIM I.“, „BRESLAU“: „MIDILLI“. Die Schiffe erhielten gemischte deutsch-türkische Besatzungen, welche gut zusammenarbeiteten und es unter dem nun türkischen Flottenchef Souchon zu beachtlichen Leistungen brachte.
Da der bloße Flaggenwechsel nicht ausreichte um die deutschen Schiffe auch nach außen hin als türkische zu kennzeichnen, wurde angeordnet, dass die deutschen Besatzungsmitglieder statt der Mütze den türkischen Fez zu tragen haben.
„MIDILLI“ sank am 20.1. 1914 mit dem Verlust von 330 Mann im Ägäischen Meer.
S.O.M.S. (Seiner Osmanischen Majestät Schiff) „JAOVUS SULTAN SELIM I.“ wurde am 2.11. 1918 endgültig der Türkei überlassen und fuhr nach einer Grundüberholung unter dem Namen „JAOVUS SELIM“ und erhielt 1936 den Namen: “YAWUZ“. Ab 1948 lag das Schiff stationär in Izmir. Nachdem Verhandlungen u.a. mit der Bundesrepublik gescheitert waren, diesen letzten noch existierenden Panzerkreuzer der Nachwelt als Museumsschiff zu erhalten, wurde die Ex „GOEBEN“ 1973/74 in der Türkei verschrottet.
Bis weit in die 60-er Jahre hinein besuchten sich gegenseitig türkische und deutsche Kameraden, dabei fanden herzliche Treffen statt, hatten sich doch in der schweren Zeit auf allen Ebenen zahlreiche Freundschaften gebildet.

Ulrich Schiers


[ Eintrag ansehen ] ( 143 mal gelesen. )
Die Kanone aus dem Boxer-Aufstand (1900-1901) am Marine-Ehrenmal Laboe 
Als Reaktion auf das verstärkte Eindringen von Fremden nach China brach 1900 der sogenannte "Boxer-Aufstand" aus. Er wurde so nach einem der größten chinesischen fremdenfeindlichen Geheimbünde genannt und fand Sympathie und Unterstützung auch bei offiziellen chinesischen Stellen.
Zum Schutze des Gesandschaftsviertels in Peking und fremder Besitzungen in Tientsin wurden im Juni 1900 von den vor der Peiho-Mündung versammelten ausländischen Kriegsschiffen britische, deutsche, russische, französische, US-amerikanische, japanische, italienische und österreichische Truppen ausgeschifft. Die insgesamt 2.100 Soldaten traten unter Führung des britischen Vizeadmirals Seymour die Fahrt mit Eisenbahnzügen nach Tientsin und Peking an.
Bei Gefechten um das Fort und Arsenal Hsi-ku gab Admiral Seymour zur Verstärkung seiner schwachen Spitze dem deutschen Landungskorps (unter Führung Kapitän zur See v. Usedom) den später durch ein Bild berühmt gewordenen Befehl: "The Germans to the front!"
Nachdem am 20. Juni 1900 der deutsche Gesandte in Peking bei einem Vermittlungsversuch ermordet worden war, ordnete Kaiser Wilhelm II. noch am gleichen Tage die Verschiffung der zwei mobilen Seebataillone (Marine Landtruppen) nach Ostasien an.
Die erste Linienschiffsdivision und eine Freiwilligen-Brigade in Stärke von 17.000 Mann folgten.
Generalfeldmarschall von Waldersee übernahm im Oktober 1900 den Oberbefehl über die internationalen Truppen, obwohl zu diesem Zeitpunkt ein derartiger Aufwand nicht mehr erforderlich war.
Schon im ersten Halbjahr 1901 wurden erste Teile der entsandten Einheiten zurückgezogen. Am 7. September 1901 kam es zum Friedensschluss zwischen China und den an der Niederwerfung des Aufstandes beteiligten Mächten.
Oberwaffenwart Kleine vom 1. Seebataillon brachte 1901 diese Kanone als Kriegsbeute nach Deutschland. Die Witwe Kleines vermachte die Kanone dem Deutschen Marinebund, der sie 1982 zum Gedenken an die Opfer des "Boxer-Aufstandes" am Marine-Ehrenmal Laboe aufstellte.


Neben dem Ehrenhof des Marine-Ehrenmals Laboe steht diese Kanone aus dem "Boxer-Aufstand" zum Gedenken an die Opfer des Aufstandes.

[ Eintrag ansehen ] ( 137 mal gelesen. )
Vertreter des Vereins "Historisches Bevensen e.V." am Grab des "Löwen von Afrika" 
Als Paul von Lettow-Vorbeck 1964 in Hamburg starb, reisten eigens einige noch lebende Askaris der ehemaligen Schutztruppe auf Einladung des Auswärtigen Amtes an, um „ihrem“ General die letzte Ehre zu erweisen. Einige Offiziere der Bundeswehr wurden für die Ehrenwache abkommandiert und Verteidigungsminister Kai-Uwe von Hassel hielt die Trauerrede mit dem Kernsatz, der Tote sei wahrlich im Felde unbesiegt gewesen.

Unweit des Ortes Bad Segeberg (Schleswig-Holstein, auf dem Friedhof der Vicelinkirche in Pronstorf, steht das Grab des "Löwen von Afrika". Ein schlichter Grabstein weist darauf hin, dass hier der General der Infanterie a.D. neben seiner Frau begraben liegt.



[ Eintrag ansehen ] ( 153 mal gelesen. )
Vor 91 Jahren - 20. April 1918: Manfred von Richthofen erringt seine beiden letzten Luftsiege Nr. 79 und 80 

Am 20. April 1918 erringt das deutsche Fliegerass Manfred von Richthofen um 18.40 Uhr und 18.43 Uhr mit seiner legendären Fokker DR I. seinen beiden letzten Luftsiege Nummer 79 und 80.
Den berühmten Beinamen "Roter Baron" erhielt von Richthofen, der einen Großteil seiner Einsätze in mehr oder weniger rot gestrichenen Flugzeugen flog, erst nach dem Krieg.
Im Ersten Weltkrieg wurde Richthofen auf französischer Seite „Le Diable Rouge“ (Der rote Teufel) genannt.

[ Eintrag ansehen ] ( 139 mal gelesen. )
Vor 91 Jahren - 13. April 1918: Die mit den finnischen Weißgardisten verbündeten deutschen Truppen unter General Rüdiger von der Goltz erobern im finnischen Bürgerkrieg nach zweitägigen Straßenkämpfen Helsinki. 
Das kaiserliche Deutschland hatte am Anfang des Bürgerkrieges ein gespaltenes Verhältnis zu Finnland. Es war im deutschen Interesse, sich in der Nachbarschaft Russlands ein befreundetes bürgerliches Land zu sichern, andererseits konnte die offene Unterstützung der Weißen den Friedensprozess von Brest-Litowsk gefährden. Die Anerkennung Finnlands durch Russland und die spätere Unterzeichnung des Friedensvertrages, in dem sich Russland zur Evakuierung Finnlands verpflichtete, erleichterten die Situation. Am 7. März 1918 unterzeichneten die finnischen Gesandten in Berlin, Edvard Hjelt und Rafael Erich, einen Friedensvertrag mit Deutschland. Wenig später traf der soeben aus Helsinki geflüchtete Svinhufvud in Berlin ein und bat um die Entsendung von Hilfstruppen.

Die Inanspruchnahme deutscher Hilfe war im weißen Finnland umstritten. Mannerheim hatte diese wiederholt abgelehnt, weil er eine Abhängigkeit Finnlands von Deutschland fürchtete. Auch der Rumpfsenat in Vaasa weigerte sich, die Vereinbarungen Svinhufvuds offiziell zu bestätigen. Der Streit wurde schließlich beigelegt, indem die deutschen Truppen formell dem Oberbefehl Mannerheims unterstellt wurden. Am 3. April 1918 landete die Ostseedivision der deutschen Armee mit 9500 Mann unter Generalmajor Rüdiger Graf von der Goltz in Hanko sowie am 7. April weitere 2500 Mann unter Oberst Otto von Brandenstein von Tallinn aus in Loviisa



[ Eintrag ansehen ] ( 149 mal gelesen. )
Vor 89 Jahren - 02. April 1920: Die deutsche Reichswehr marschiert im Ruhrgebiet ein, um den Aufstand der kommunistischen Roten Ruhrarmee niederzuschlagen. 
Am 13. März 1920 marschierten von der Auflösung bedrohte Freikorps in Berlin ein. Die „Vorläufige Reichswehr“ verweigerte der legitimen Regierung ihren Schutz, woraufhin diese aus der Stadt floh und die Putschisten Wolfgang Kapp zum Reichskanzler erklärten. Kapp konnte sich aber wegen der Verweigerung der Ministerialbürokratie keine effektive Regierung führen und gab, nachdem auch noch der Generalstreik gegen seinen Putsch erklärt wurde, am 17. März 1920 auf. Der Generalstreik wurde am 22. März offiziell für beendet erklärt.

Im Ruhrgebiet kam am 13. März 1920 zu ersten Demonstrationen, so zum Beispiel mit 20.000 Menschen in Bochum.

Gleichzeitig zum Kapp-Putsch fand am 14. März 1920 in Elberfeld ein Treffen von Vertretern von KPD, USPD und SPD statt. Die linken Arbeiterparteien beschlossen ein spontanes Bündnis gegen die Putschisten. SPD, USPD und KPD verfassten einen gemeinsamen Aufruf zur „Erringung der politischen Macht durch die Diktatur des Proletariats“.



In Folge dieser Erklärung und im Rahmen des Generalstreiks versuchten einige Arbeiter im regionalen Maßstab die Regierungsgewalt zu übernehmen. In den größeren Orten des Ruhrgebietes übernahmen spontan gebildete lokale „Vollzugsräte“ die politische Macht. Sie wurden meist von der USPD dominiert, die KPD war ebenfalls mit dabei. Aber auch die anarchosyndikalistische Freie Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD) war vertreten. Arbeitersoldaten wurden aufgestellt, die die Städte kontrollierten und u. a. Fabrikantensöhne gefangennahmen.

Der Roten Ruhrarmee, deren Stärke aus den später abgegebenen Gewehren auf etwa 50.000 Angehörige geschätzt wurde, gelang es, binnen kürzester Zeit die bewaffneten Ordnungskräfte im Revier zu besiegen.

Am 17. März 1920 griffen Einheiten der Roten Ruhrarmee bei Wetter eine Vorhut des Freikorps Lichtschlag unter Hauptmann Hasenclever an, der sich auf Nachfrage als Anhänger der neuen Kapp-Regierung zu erkennen gegeben hatte. Sie erbeuteten die Geschütze, nahmen 600 Freikorpsangehörige gefangen und besetzten Dortmund.

Am 20. März 1920 bildete sich in Essen der Zentralrat der Arbeiterräte, die in Teilen des Ruhrgebiets die Macht übernahmen. Auch in Hagen gab es eine Zentrale.

Die Reichswehrfestung Wesel wird am 24. März angegriffen.

Dem Ultimatum der ins Amt zurückgekehrten Regierung, bis zum 30. März bzw. 2. April Streik und Aufstand aufzugeben, kamen die Arbeiterräte nicht nach.

Der Versuch, den Konflikt auf dem Verhandlungsweg im sogenannten Bielefelder Abkommen beizulegen, scheiterte letztlich am eigenmächtigen Vorgehen des regionalen Militärbefehlshabers Oskar von Watter.

Die Folge war die erneute Proklamation eines Generalstreiks. Daran beteiligten sich mehr als 300.000 Bergarbeiter (rund 75 Prozent der Belegschaften). Der kommunistische Aufstand brachte auch Düsseldorf und Elberfeld in die Hände der Arbeiter. Bis Ende März war das ganze Ruhrgebiet erobert.

Die beteiligten Aufständischen, oftmals Weltkriegsveteranen, bezogen sogar Sold von den Arbeiterräten. Man operierte oft in kleinen Gruppen, die sich auf Fahrrädern fortbewegten. Auch die Festung in Wesel wurde belagert, doch erlitt die Ruhrarmee hier ihre erste Niederlage.

Die Struktur der Roten Ruhrarmee war ebenso wie die politischen Forderungen und Positionen der einzelnen Arbeiterräte sehr heterogen und häufigen Wechseln unterzogen. Insgesamt lässt sich ein starkes Ost-West-Gefälle feststellen. Das von der USPD dominierte östliche Ruhrgebiet organisierte und bewaffnete sich frühzeitiger, unterstützte aber nicht eine Fortführung der bewaffneten Aktionen als Aufstand gegen die wieder handlungsfähige Reichsregierung. Demgegenüber verzögerte sich die Mobilisierung im vor allem von Syndikalisten dominierten westlichen Ruhrgebiet, die Fortführung als Aufstand fand hier aber später größere Sympathien.

Am 2. April 1920 marschierten Reichswehreinheiten ins Ruhrgebiet ein, um den Aufstand niederzuschlagen. Pikanterweise befanden sich darunter auch Einheiten, die noch Tage zuvor den Putsch unterstützt hatten, wie etwa die Marine-Brigade von Loewenfeld.

Mit Rückendeckung der Reichsregierung wurde der Aufstand von General Watter von Norden her niedergeschlagen. Sein Stab führte im Auftrag der Reichsregierung von Münster aus den Bürgerkrieg im Ruhrgebiet, bei dem Verbände von Reichswehr und Freikorps die Rote Armee im Ruhrgebiet niederwarfen.

Es erfolgten Todesurteile sowie Massenerschießungen. Wer bei Festnahme bewaffnet war, wurde erschossen – auch Verletzte. Am 3. April 1920 ließ Reichspräsident Friedrich Ebert die Standgerichte wieder verbieten, um das Schlimmste zu verhüten. Am 12. April 1920 untersagte General von Watter seinen Soldaten „gesetzwidriges Verhalten“.

Erst an der Ruhr machte die Reichswehr halt, weil die britischen Besatzungstruppen wegen Verletzung des Friedensvertrages von Versailles mit der Besetzung des Bergischen Landes drohten.

Nach dem Ende der Kämpfe hatten die Aufständischen weit mehr als 2.000 Tote zu beklagen, Reichswehr und Freikorps etwa 372.


[ Eintrag ansehen ] ( 141 mal gelesen. )
Bad Bevensens Partnerstadt Demmin war einst Garnisonsstadt des 2. Pommerschen Ulanen-Regiments Nr. 9 


Zunächst wurde dem Regiment noch keine endgültige Garnison zugewiesen, es war auf die Standorte Anklam, Ueckermünde und Treptow an der Tollense verteilt. Der Stab und die 2. Eskadron zogen im Dezember 1860, der restliche Teil am 15. Oktober in die neue Garnison nach Demmin um.

Erste Verwendung fand das Regiment während des Aufstandes in Russisch-Polen von 1863/64 als die Ulanen im Verband mit anderen preußischen Truppen zum Schutz der preußisch-russischen Grenze aufgeboten wurden.
Im Deutsch-dänischen Krieg 1864 wurden die Eskadrons zum Küstenschutz gegen Dänemark auf der Insel Rügen eingesetzt. Als Divisionskavallerieregiment nahm es 1866 am Preußisch-Österreichischen Krieg teil und rückte in Böhmen ein. Dabei war es unter anderem an den Schlachten von Münchengrätz und Königgrätz beteiligt, hatte aber nur wenig Gefechtsberührung.
Im deutsch-französischen Krieg von 1870/71 kämpften die Ulanen in Lothringen (Gravelotte und St. Privat) und nahmen mit Teilen an der Belagerung von Metz, (19. August – 27. Oktober) von Diedenhofen (24. August – 19. November) und von Verdun (28. August – 8. Oktober) teil. Nachdem Metz am 28. Oktober 1870 gefallen war, rückte das Regiment an die Loire ab. Am 20. Dezember 1870 ritt die Einheit eine verlustreiche Attacke bei Monnaie. Das Regiment stand am 31. Dezember bei Danzé, am 6. Januar bei St. Armand, am 7. Januar bei Villechauve-Villeporcher, und am 8. Januar bei Villeporcher. Diese Orte liegen im Departemant Loir-et-Cher nördlich der Loire im Bereich Le Mans - Angers - Tours - Vendôme .

Als Teil der Besatzungstruppen verblieben die Ulanen nach dem Waffenstillstand zunächst in Frankreich, bis sie nach Beendigung dieser Aufgabe und dem Verlassen des Landes am 28. Juni 1871 wieder in Demmin eintrafen.


Am 02. August 1914 werden die Demminer "Weißen Ulanen" vor dem Rathaus in den Krieg verabschiedet.

Nach der Mobilmachung im Juli 1914 rückte das Regiment nach Belgien ein und verblieb bis zum 5. September in der Bewegung. Von der Marne aus musste dann der Rückzug angetreten werden und die Einheit nahm an dem sogenannten Wettlauf zum Meer am rechten Flügel der I. Armee teil und verblieb bis November 1914 in Nordfrankreich. Danach erfolgte die Verlegung an die Ostfront mit der bis Februar 1915 andauernden Aufgabe des Grenzschutzes an der ostpreußischen Südgrenze. Danach folgten Kämpfe im Rahmen der Winterschlacht in Masuren, sowie in Nordpolen. Im Juni 1916 erfolgte die Verlegung nach Wolhynien, wo Teile des Regiments erstmalig als Infanteristen eingesetzt werden mussten. Wieder komplett beritten gemacht, nahm das Regiment von Oktober 1916 bis Februar 1917 am Feldzug gegen Rumänien teil und war auch an der Einnahme von Bukarest am 6. Dezember 1916 beteiligt. Danach erfolgte die Rückverlegung an den westlichen Kriegsschauplatz, wo es im Grenzschutz- und Sicherungsdienst eingesetzt wurde. Im November 1917 mussten die Pferde abgegeben werden und die Ulanen wurden zu einem Kavallerie-Schützen-Kommando im Verband der 6. Kavallerie-Schützen-Division umgebildet. Nach der infanteristischen Ausbildung erfolgte vom 30. Juni 1918 bis zum Kriegsende der Einsatz in den großen Abwehrschlachten im Westen.

Nach dem Waffenstillstand trafen die Reste des Regiments am 19. November in Demmin ein und wurden Ende Dezember demobilisiert.

Im Laufe des Sommers 1919 stellte man dann noch eine freiwillige Ulanen-Eskadron zusammen, die im Grenzschutz gegen Polen eingesetzt wurde.

Die Tradition des Regiments übernahm später die 6. Eskadron des Reichswehr-Reiter Regiments Nr. 6 Demmin.

Im Jahre 1924 errichtete man den Ulanen in Demmin ein Denkmal. Nach dem Einmarsch der Roten Armee in Demmin wurde das Denkmal fast volltändig zerstört. Nach der Wende restaurierte man die übriggebliebenen Teile des Denkmals und legte das bis dahin zugewucherte Gelände wieder frei.
Beide Kasernen der Ulanen stehen heute noch. Die Pferdeställe wurden vor einigen Jahren wegen Baufälligkeit abgerissen.


[ Eintrag ansehen ] ( 1103 mal gelesen. )
Ein Besuch im Deutschen Panzermuseum in Munster 
Das Deutsche Panzermuseum in Munster entstand 1982 aus der Lehrsammlung für die verwendungsbezogene Ausbildung der Panzertruppenschule der Bundeswehr. Das Museum wird von der Stadt Munster und der Panzertruppenschule, der zentralen Ausbildungsstätte für den Offizier- und Unteroffiziernachwuchs der gepanzerten Kampftruppen betrieben.


Nachbildung des Sturmpanzerwagen A7V "Wotan" (links) und das dazugehörige Schlachtfeld Diorama (rechts).

Aufgabe des Museums ist die Dokumentation der Geschichte der deutschen Panzertruppen seit 1917. Kernstück der Ausstellung sind rund 40 Panzer der Bundeswehr und der NVA sowie 40 Panzer und andere Fahrzeuge der Deutschen Wehrmacht. Hinzu kommen Panzer der Roten Armee, British Army und United States Army aus dem Zweiten Weltkrieg. Zahlreiche andere militärhistorische Ausstellungsstücke ergänzen die Fahrzeugausstellung, darunter eine internationale Sammlung von Stahlhelmen. Ein Teil der Fahrzeuge ist im fahrfähigen Zustand restauriert worden.


Uniformrock eines Angehörigen des "Freikorps Ostpreußen" aus dem Zeitraum 1918-1921 (links). Regimentsfahne (rechts).

Die große Sammlung an Panzerfahrzeugen umfasst teilweise auch seltene oder einmalige Exemplare. So finden sich im Museum beispielsweise ein authentischer Nachbau eines A7V, das einzige Exemplar dieses Typs in Europa, und ein Panzerwagen der Polizei aus der Zeit der Weimarer Republik. Weiterhin ist einer von zwei noch existierenden Sturmtigern vorhanden, außerdem ein Vorserienfahrzeug des Jagdpanzers IV. Aus der Nachkriegszeit findet sich eine Reihe von Prototypen der Bundeswehr, darunter Leopard 1, Kanonenjagdpanzer und Kampfpanzer 70.

[ Eintrag ansehen ] ( 150 mal gelesen. )
Die Langensalza-Medaille 
Die Langensalza-Medaille wurde am 27. Juni 1866 von König Georg V. von Hannover gestiftet und konnte an alle Soldaten verliehen werden, die an der erfolgreichen Schlacht gegen Preußen am 27. Juni 1866 teilgenommen haben.

Die erstmalige Verleihung erfolgte durch König Georg V. im österreichischen Exil am 26.12.1866. Nachfolgende Verleihungen erfolgten durch die ehemaligen Kommandeure im Auftrag des Königs.

Die Langensalza-Medaille durfte von den ehemaligen hannoverschen Soldaten, die später in preußischen Diensten standen, getragen werden.
Die Medaille wurde ca. 20.000 Mal verliehen.

Die bronzene Medaille zeigt das nach links gewandte Profil des Stifters. Umlaufend GEORG V v. G. G. KOENIG v. HANNOVER. Rückseitig von einem Lorbeerkranz umgeben die dreizeilige Inschrift LANGENSALZA 27. JUNI 1866.

Getragen wurde die Auszeichnung an einem weißen Band mit gelben Seitenstreifen auf der linken Brust.


Die Langensalza-Medaille in der Nahaufnahme (links) und an der Mannschafts-Uniform (Helm: Offizier) eines Angehörigen des 2. Hannoverschen Dragoner-Regiments Nr. 16.

[ Eintrag ansehen ] ( 154 mal gelesen. )
Unweit von Bad Bevensen: die Eisenbahnbrücke über die Elbe bei Dömitz - einst Wahrzeichen der deutschen Teilung - gebaut in den frühen Jahren des Deutschen Kaiserreichs 
Unweit Bad Bevensens, an der Landesgrenze Niedersachsens zu Mecklenburg-Vorpommern, befindet eine ehemals zu den längsten Strombrücken Deutschlands zählende Eisenbahnbrücke über die Elbe.
Die Eisenbahnüberführung wurde in den Jahren 1871 bis 1873 als zweigleisige Brücke errichtet. Sie bestand am westlichen Elbeufer aus 16 Vorlandbrücken mit Stützweiten von je 33,9 m. Das Flussbett wurde mit vier Brückenfeldern bei Stützweiten von je 67,8 m und mit einer Drehbrücke mit 2×18,2 m überspannt. Das östliche Vorland überbrückten weitere vier Brücken bei Stützweiten von je 33,9 m.


Ansicht der Dömitzer Elbbrücke um 1910 (links) und Soldaten der Brückenwache im Ersten Weltkrieg (rechts).

Die Überbauten waren Balkenbrücken mit Stahlfachwerkträgern und untenliegender Fahrbahn. Die Längsträger wurden als Schwedlerträger ausgeführt, deren Konstruktionshöhe mit maximal 10 m dem Verlauf der Momentenbeanspruchung näherungsweise folgte. Der Berliner Ingenieur Häseler plante das Bauwerk, die Brückenbau-Anstalt Johann Caspar Harkort aus Duisburg errichtete es. Aufgrund der Nähe zur Dömitzer Festung wurde das Bauwerk durch Brückenhäuser befestigt und erhielt einen massiven schmiedeeisernen Zaun.

Da die Bahnstrecke keine überregionale Bedeutung als Hauptstrecke erlangte, reichte für das Verkehrsaufkommen der eingleisige Betrieb auch auf der Brücke.


Die sogenannten Vorlandbrücken auf dem westlichen Ufer reichen bis an die Elbe. Das linke Foto ist bei Hochwasser aufgenommen worden. Rechtes Foto: das schmiedeeiserne Tor von 1873 versperrt noch heute am westlichen Brückenhaus die Zufahrt auf die Brücke.

Nach einem Luftangriff am 20. April 1945 stürzte der östliche Überbau vor der Drehbrücke in die Elbe. Weil das Bauwerk die innerdeutsche Grenze querte, unterblieb ein Wiederaufbau. Im Jahr 1978 wurden aufgrund von Einsturzgefahr die verbliebenen drei Strombrücken und deren Pfeiler abgerissen, 1988 folgte der östliche Abschnitt mit der Drehbrücke und den zugehörigen Vorlandbrücken. Heute existieren noch die 16 westlichen Vorlandbrücken mit dem zugehörigen Brückenkopf; sie stehen unter Denkmalschutz.

[ Eintrag ansehen ] ( 229 mal gelesen. )
Vor 212 Jahren - 22. März 1797: Kaiser Wilhelm I. geboren 
Am heutigen Tage jährt sich der Geburtstag des Deutschen Kaisers und Königs von Preußen, Wilhelm I., zum 212. Male.
Aufgrund zweier Besuche in den Jahren 1871 und 1872 im damaligen Flecken Bevensen, wird seit dem Jahre 2005 die Ankunft des Seiner Majestät am Bahnhof zu Bad Bevensen nachgestellt (Der Kaiser kommt).

Wilhelm wurde als zweiter Sohn von Friedrich Wilhelms III. und Königin Luise am 22. März 1797 in Berlin geboren, wo er auch am 09. März 1888, dem so genannten Drei-Kaiser-Jahr verstarb. 1829 heiratete er Prinzessin Augusta von Sachsen-Weimar. Die Revolution von 1848 zwang ihn vorübergehend zur Flucht nach England. Infolge der Erkrankung seines Bruders, König Friedrich Wilhelm IV., dessen Ehe kinderlos geblieben war, übernahm er im Oktober 1857 zunächst die Stellvertretung, im Oktober 1858 die förmliche Regentschaft, um nach dem Tod seines Bruders am 02. Januar 1861 zum König von Preußen gekrönt zu werden.

Gleich zu Beginn seiner Regierungszeit, als Prinzregent, begann Wilhelm I. damit, nach und nach alle Ämter mit liberal gesinnten Ministern zu besetzen. Diese gemäßigt liberale Politik, die "Neue Ära", fand bei der Bevölkerung, auch der deutschen Nachbarstaaten eine ausgesprochen positive Aufnahme. So gewann in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts der die Überwindung der deutschen Kleinstaaterei anstrebenden Nationalismus neuen Auftrieb, und führte schließlich 1859 zur Gründung des Deutschen Nationalvereins in Frankfurt am Main.



Unwahrscheinliche Ähnlichkeit: Kaiser Wilhelm I. (rechts) und Bad Bevensens "Der Kaiser kommt"-Hauptdarsteller Erhard Brandes (links).

1871, am Ende des Feldzuges gegen Frankreich, wurde Wilhelm I. in Versailles zum Deutschen Kaiser ausgerufen. Außenpolitisch legte er großen Wert auf enge, freundschaftliche Beziehungen zu Russland. Wilhelm I. beeindruckte seine Umwelt vor allen durch seine "schlichte Größe". Eine Umschreibung, die nicht ironisch gemeint ist, sondern auf die Klarheit seiner Gedanken und die Geradlinigkeit seines Charakters anspielte. Diese Eigenschaften und seine würdige Ausstrahlung verhalfen ihm zu Respekt und Ansehen in der Bevölkerung. Zu seinen besonderen Merkmalen zählten sein weit in die Zukunft reichender politischer Instinkt und seine glückliche Hand bei der Auswahl seiner Berater.


[ Eintrag ansehen ] ( 134 mal gelesen. )
Vor 139 Jahren: 20. März 1870: Paul von Lettow-Vorbeck, der "Löwe von Afrika", geboren 
Paul von Lettow-Vorbeck wurde am 20. März 1870 in Saarlouis als Sohn eines preußischen Generals geboren und trat 1881 in die renommierte Kadettenanstalt Potsdam ein, die er 1888 als Jahrgangsbester verließ. Seit 1899 war er für Kolonialfragen im Generalstab zuständig und kämpfte 1900 im deutschen Expeditionskorps bei der Niederwerfung des Boxeraufstandes.
Seit 1904 hielt sich Lettow-Vorbeck in Deutsch-Südwestafrika auf. Hier kam es im selben Jahr zum Aufstand der Hereros und Hottentotten. Bei den schweren Kämpfen wurde Lettow-Vorbeck erheblich am linken Auge verwundet. Seine Erfahrungen im Kolonialkrieg führten dazu, dass man ihn 1909 zum Chef des 2. Seebataillons in Wilhelmshaven ernannte. Als Oberstleutnant wurde er am 18. Oktober 1913 zum Kommandeur der kaiserlichen Schutztruppe für Kamerun ernannt. Ehe er sein Kommando dort antreten konnte, erfolgte bereits die Kommandierung zur Vertretung des Kommandeurs der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika, der er seit dem 13. April 1914 auch formell als Kommandeur vorstand.


Paul von Lettow-Vorbeck 1913 (links) und 1904 (rechts).

Als im August 1914 der 1. Weltkrieg ausbrach, standen Deutschlands Afrika-Kolonien auf verlorenem Posten. Togo, militärisch nahezu wehrlos, kapitulierte nach wenigen Wochen; in Deutsch-Südwestafrika hielt sich eine kleine Schutztruppe noch bis Juli 1915; die letzten Verteidiger von Kamerun streckten Anfang 1916 ihre Waffen. Deutsch-Ostafrika sollte von See aus erobert werden. 8000 Mann, großenteils indische Kolonialtruppen, wurden in Marsch gesetzt. Lettow-Vorbecks Streitmacht bestand aus 2500 Askari, die allerdings im gesamten Land verstreut waren sowie 424 Matrosen des deutschen Kreuzers „Königsberg“ und des Vermessungsschiffs „Möwe“, das vor dem Hafen der Hauptstadt Daressalam versenkt wurde, um dem Feind eine Landung zu erschweren.

Als die britische Invasionsflotte sich dem Hafen von Tanga im äußersten Norden der Kolonie näherte, hatte Lettow-Vorbeck bereits fast 1500 Mann per Schmalspurbahn antransportieren lassen. Am 4. November 1914 landeten die Briten unterhalb von Tanga. Auf einem Fahrrad fuhr Lettow-Vorbeck das Gelände noch vor Morgengrauen ab, und als der Feind am 5. November Richtung Tanga vorrückte, erwartete ihn das mörderische Feuer der Askari, die es sich in den Wipfeln der dichtbelaubten Bäume bequem gemacht hatten. Auf dem linken Flügel stürmten deutsche Truppen unter Hurra-Geschrei mit Bajonetten auf die verwirrten Inder. Bald rannten sie in regelloser Flucht davon.

Neben ihrer schmählichen Flucht verzeichneten die Briten 800 Tote, 500 Verwundete und 250 Gefangene. Lettows Truppe verlor 69 Mann; ihr fielen riesige Vorräte in die Hände, welche der Feind zurücklassen musste: Lebensmittel, Mäntel, Motorräder, Maschinengewehre, Funkgeräte. Der Sieg bei Tanga war auch von enormer moralischer Bedeutung. „Von heute ab stehen wir anders zueinander, unüberwindlich scheinende Hindernisse in unseren Reihen und besonders hinter der Front sind hinweggeräumt“, resümierte Lettow-Vorbeck.

Das alles ermöglichte dem Deutschen Ostafrika-Korps einen effektiven Widerstand. Denn jetzt fielen belgische Regimenter aus dem Kongo, Briten aus Kenia, Portugiesen aus Mocambique und Südafrikaner in die Kolonie ein. Bis zu 300.000 Mann jagen die deutsche Schutztruppe. Lettow-Vorbeck verfolgt eine Taktik der Nadelstiche. Im Landessüden bei Mahiwa marschiert er kreuz und quer; als britische Truppen ihn hier im Oktober 1917 angreifen, erleiden sie eine schwere Niederlage.

Doch die Versorgung der Deutschen wird kritisch, man muss immer öfter improvisieren. Einheimische Frauen fertigen aus Baumwolle Uniformtuch, das mit dem Saft einer Baumwurzel feldbraun gefärbt wird. Aus Kokos gewinnt man ein benzolähnliches Treibmittel für Kfz-Motoren, aus Elefantenleder entstehen Stiefel, aus Baumrinde Chinintabletten.

In der Heimat ist Lettow-Vorbeck zur Legende geworden. Der Kaiser befördert ihn zum Generalmajor und verleiht ihm den höchsten „Pour le mérite“. Ende 1917 weicht die deutsche Schutztruppe nach Mocambique aus, stürmt dort eine Zuckerfabrik und erbeutet einen portugiesischen Munitionsdampfer. Während zehntausende Soldaten Lettow-Vorbeck suchen, hat er mit seinen noch 1700 Mann schon wieder den Grenzfluss Rowuma überschritten und marschiert Ende September 1918 im Zickzack über Deutsch-Ostafrika in die britische Kolonie Nordrhodesien ein. Hier erfährt man vom Kriegsende. Lettow und seine Männer dürfen ihre Waffen behalten und werden in Ehren aus der kurzen Gefangenschaft entlassen, „in Anbetracht der Tapferkeit, mit der sie fochten“.

Nach dem Krieg arbeitete Lettow-Vorbeck als Großhandelskaufmann in Bremen und saß zwei Jahre für die Deutschnationale Volkspartei im Reichstag. Seine drei Söhne fielen im 2. Weltkrieg. Der Ex-General starb kurz vor dem 93. Geburtstag 1964 in Hamburg. Die Londoner „Times“ schrieb in einem Nachruf: „Bei seinen Gegnern galt er als geschickter, großherziger und ritterlicher Soldat.“

[ Eintrag ansehen ] ( 143 mal gelesen. )
Vor 89 Jahren - 13. März 1920: Der Lüttwitz-Kapp-Putsch  
Artikel 160 des Versailler Vertrags verfügte die Reduzierung des deutschen Heers auf 100.000 Berufssoldaten und die Auflösung der aus Freiwilligen bestehenden Freikorps. Putschbestrebungen von der Entlassung bedrohter Freikorpsoffiziere trafen mit Umsturzplänen der im Oktober 1919 gegründeten Nationalen Vereinigung, einer Nachfolgeorganisation der Deutschen Vaterlandspartei, zusammen. Einer der führenden Köpfe des gegen die Weimarer Republik gerichteten Verschwörerkreises war der ostpreußische Generallandschaftsdirektor Wolfgang Kapp, der intensiven Kontakt zum ranghöchsten General der Reichswehr, Walther von Lüttwitz, unterhielt.
Einer Anweisung der Interalliierten Militärkontrollkommission folgend, löste Reichswehrminister Gustav Noske am 29. Februar 1920 die 6.000 Mann starke Marinebrigade von Hermann Ehrhardt und das Freikorps Loewenfeld auf. Dem widersetzte sich Reichswehrgeneral von Lüttwitz, der am frühen Morgen des 13. März an der Spitze der ihm unterstehenden Marinebrigade Ehrhardt, deren Angehörigen als Ausdruck ihrer völkischen Gesinnung häufig ein Hakenkreuz auf ihrem Helm trugen, das Berliner Regierungsviertel besetzte und Kapp zum Reichskanzler ernannte. Da die Reichswehr nicht bereit war, gegen die Putschisten militärisch vorzugehen, floh die Mehrzahl der Minister mit Reichskanzler Gustav Bauer und dem Reichspräsidenten Friedrich Ebert aus Berlin. Noch im Laufe des 13. März erschien in allen größeren Städten ein von den sozialdemokratischen Regierungsmitgliedern und vom Parteivorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) Otto Wels unterzeichneter Aufruf zum Generalstreik, der insbesondere in der Reichswehr so starke Irritationen auslöste, daß die Reichsregierung sich umgehend von diesem Aufruf distanzierte.


Lüttwitz-Kapp-Putsch 1920: Die etwa 5000 Mann starke Marinebrigade II unter dem Befehl von Kapitän Hermann Ehrhardt marschiert, aus Döberitz kommend, in den frühen Morgenstunden des 13. März in Berlin ein. Die Brigade bildet die militärische Stoßfront des von Wolfgang Kapp und General von Lüttwitz geführten Putsches. Geschütz der Brigade Ehrhardt, Unter den Linden, am Pariser Platz.
Der Putsch war nach vier Tagen beendet. Entscheidend für das Scheitern des Staatsstreichs war die Weigerung der Ministerialbürokratie, den Anordnungen Kapps Folge zu leisten. Zudem zeigte auch der Generalstreik mit dem Zusammenbruch der öffentlichen Dienstleistung verheerende Wirkung. In Sachsen, in Thüringen und im Ruhrgebiet versuchten linksgerichtete Kräfte jedoch, den Generalstreik zur "proletarischen Revolution" voranzutreiben. Gegen den Märzaufstand von 1920 setzte die Reichsregierung wiederum Freikorps ein, darunter auch die Marinebrigade Ehrhardt.


Lüttwitz-Kapp-Putsch 1920: Pausierende Soldaten der Marinebrigade II Erhardt in Berlin.

[ Eintrag ansehen ] ( 176 mal gelesen. )
Vor 90 Jahren - 12. März 1919: Rückkehr der Schutztruppe aus Deutsch-Ostafrika in die Heimat - Triumpahler Einzug Lettow-Vorbecks in Berlin 
Am 13. November 1918, zwei Tage nach dem Waffenstillstand in Europa, erfuhr Lettow-Vorbeck aus den Papieren eines gefangengenommenen britischen Motorradfahrers, der die Meldung den britischen Truppen überbringen sollte, von der Kapitulation Deutschlands und der angeordneten Übergabe der Schutztruppe binnen eines Monats. Lettow-Vorbeck misstraute der Meldung, da er mangels Kommunikationsmöglichkeiten die Nachricht nicht vom deutschen Oberkommando bestätigen lassen konnte.

Schließlich traf aus Salisbury in Südrhodesien eine Bestätigung des Waffenstillstands ein, an der nicht zu zweifeln war. Am 18. November 1918 erfuhren dann die letzten kämpfenden Einheiten beider Seiten von der Waffenruhe in Europa. Man vereinbarte mit den Briten den gemeinsamen Abmarsch nach Abercorn südlich des Tanganjika-Sees, wo Lettow-Vorbeck am 25. November 1918 offiziell die Waffen niederlegte.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde ihm und den überlebenden 143 deutschen Soldaten im März 1919 in Berlin ein triumphaler Empfang bereitet. Im April 1919 übernahm er die Führung der dem Garde-Kavallerie-Schützen-Korps unterstehenden Marine-Division, zu dem auch das Schutztruppen-Regiment 1 gehörte. Am 30. Januar 1920 wurde ihm der Königlich-Sächsische Militär-St.-Heinrichsorden verliehen. Den höchsten preußischen Militärorden, den Pour le Mérite, hatte er bereits am 4. November 1916 erhalten, das Eichenlaub dazu am 10. Oktober 1917.


Triumphaler Einzug der Ostafrika-Kämpfer in der Hauptstadt. Die Berliner empfangen den "Löwen von Afrika" mit den Resten seiner Truppe am Pariser Platz.

[ Eintrag ansehen ] ( 174 mal gelesen. )

| 1 | 2 | 3 | 4 |