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Kriegerdenkmal 1870/71

Zum Gedenken an die Gefallenen des Feldzuges von 1870/71 gegen Frankreich wurde im Jahre 1875 an der Dreikönigskirche ein Mahnmal errichtet. Zwei Fotos im nebenan liegenden "Gasthaus zur Börse" erinnern noch an den denkwürdigen Tag der Einweihung. Das Ehrenmal, eine durch 5 Stufen erhöhte quadratische Säule mit einem Obelisken aus Granit, gekrönt mit einem fliegenden Adler, trägt die Inschrift:
"Sie alle sind fürs Vaterland gestorben und haben sterbend uns das Deutsche Reich erworben. Den braven, im glorreichen Feldzug gegen Frankreich 1870/71 gebliebenen Kriegern aus dem Amte Medingen. Geweiht vom ganzen Amte. Gegründet bei der ersten Anwesenheit unseres Kaisers Wilhelm in Bevensen am 30. November 1871".
Auf beiden Seiten des Sockels sind die Namen von 30 Gefallenen aufgeführt.

 

Das am 05.09.1875 eingeweihte Kriegerdenkmal auf dem Marktplatz zu Bevensen.

 

Kaiser Wilhelm I. (1861-1888 König von Preußen, 1871-1888 Deutscher Kaiser) besuchte auf der Fahrt in sein Königliches Jagdrevier Göhrde zwei Mal Bevensen, da sich hier die nächstgelegene Bahnstation befand. Er weihte am 30. November 1871 auch die Fahne des Kriegervereins und stellte aus dem Depot in Magdeburg vier im dänischen Krieg von 1864 erbeutete Kanonenrohre für den Denkmalsbau zur Verfügung. Die vier Kanonenrohre wurden an der Mündung mit einer Kugel verschlossen und durch eine Kette miteinander verbunden. Sie sollen Eintracht und Frieden symbolisieren.

 

Im dänischen Krieg von 1864 erbeutet: zwei der vier Kanonenrohre, die das Denkmal würdevoll schmücken.

 

Die Erstürmung der Düppeler Schanzen am 18.04.1864. Sieg der deutschen Staaten über Dänemark.

 

Die Einweihung des Denkmals ließ vier Jahre auch sich warten. Es waren Unstimmigkeiten entstanden. Auch die dem Königshaus treu verbundenen Welfen - 1866 wurde das Königreich Hannover preußische Provinz - forderten die Erwähnung ihrer Gefallenen von Langensalza. Schließlich nahm das Amt Medingen die Bauausführung in die Hand.
Denkmalsverein, Kriegerverein und viele Einwohner des Amtes Medingen sicherten durch Spenden die Finanzierung.
Am 5. September 1875 erfolgte dann in feierlichem Rahmen die Einweihung.
Der Denkmalsplatz wurde erst später, im Jahre 1905, würdig hergerichtet.

 

Das Denkmal um 1905. Im Hintergrund die Kirchenstraße.

 

In den achtziger Jahren sägten Diebe eines Nachts den bronzenen Adler am Denkmal ab verschwanden mit dem Tier auf Nimmerwiedersehen. Man vermutete in den Jahren danach, dass die Diebe den Adler in einen der um Bad Bevensen befindlichen Teiche versenkt haben. Die Suche danach blieb allerdings erfolglos.

 

Seit Ende der 90ziger Jahre ist er wieder da: der bis dahin fehlende Adler.

 

Um die Jahrhundertwende 1900 posiert ein Veteran aus dem Feldzug vor dem Bauwerk.

 

Ehrenwache der Geithainer Ulanen (Sachsen). Ein Bild, welches es in der Bevenser Geschichte nie gegeben hat.

 

Heute weist ein Schild des "Historischen Stadtrundganges" auf die Geschichte des Denkmals hin.

 

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